THEOLOGISCHE HOCHSCHULE EWERSBACH

Theologisches Gespräch 01/2016

Theologisches Gespräch, Veröffentlichung

„Wie kann man die Welt verstehen?“, fragt die Hermeutik. „Wie kann man Gott in der Welt verstehen?“, fragen christliche Hermeneutiker.
Die aktuelle Ausgabe des Theologischen Gesprächs stellt diese Fragen im Blick auf das Alte Testament und auf die Kunst. Die Beiträge stammen vom Theologen Dr. Uwe Swarat (Theologische Hochschule Elstal) und von der Kunsthistorikerin Frauke Reinke-Wöhl (Rotenburg). Mit diesem Heft wird der biblisch runde 40. Jahrgang der Zeitschrift eröffnet.

Das Alte Testament ist aktuell wieder in der Kritik. Uwe Swarats Artikel über den Babel-Bibel-Streit zu Anfang des 20. Jahrhunderts hilft auch in dieser Hinsicht zur Orientierung. Etwas zeitversetzt wurden in diesem Streit die Ergebnisse archäologischer Forschungen im Nahen Osten der breiteren Öffentlichkeit präsentiert. Ein selbstverliebtes Bürgertum jubelte schon damals leicht antisemitisch: Das Alte Testament, ein billiger Abklatsch babylonischer Hochkultur! Und die baptistischen Stimmen haben sich auf sozi-feindlichen Glaubenssubjektivismus zurückgezogen.
Frauke Reinke-Wöhl fragt nach Jesus in der Malerei. Sie zeigt, wie es auch in der Kunst nie nur um den historischen Jesus ging, sondern immer um die Funktion seiner Darstellung innerhalb der aktuellen Situation der Kirche und um das zugleich zeitbedingte und subjektive Jesusbild des Künstlers bzw. seiner Auftraggeber.
Ist die Beschäftigung mit dem Glauben also immer auch die Suche nach der Bestätigung des eigenen gläubigen Selbst? Die Jubiläumsausgabe des Theologischen Gesprächs liefert zu dieser hermeneutischen Grundfrage lesenswerte Impulse.

Dr. Matthias Walter (Berlin)