Altes Testament

Die Bibel ist für uns als Christen Wort Gottes. Das Alte Testament erschließt uns das große Bild der Geschichte Gottes mit seiner Schöpfung. Es legt den Grund für alle wichtige Themen der biblischen Theologie. Nur auf dem Hintergrund des Alten Testaments können wir die Botschaft vom Evangelium in Jesus Christus in ihrer Tiefe verstehen.

Beim Erlernen der hebräischen Sprache betrittst Du den orientalischen Kulturkreis. Du erwirbst die Fähigkeit, alttestamentliche Texte in ihrer Ursprache zu lesen und auszulegen.

In den ersten beiden Jahren des Studiums vertiefst Du Dein bibelkundliches Wissen. Die einzelnen Bücher werden in ihren zeitgeschichtlichen Zusammenhang eingeordnet und ihr „roter Faden“ wird erarbeitet. Wir diskutieren auch die Fragen der Entstehungszeiten und Verfasserschaften der biblischen Bücher. Entdeckungen der Archäologie und außerbiblische Quellentexte erweitern Dein Wissen über die Kultur und Geschichte des alten Israels und seiner Nachbarn.

Du lernst Auslegungsmethoden kennen, um die Texte des Alten Testaments besser zu verstehen. Du reflektierst darüber, was es heißt, alttestamentliche Texte „schriftgemäß“ und „evangeliumsgemäß“ auszulegen. Das ist die Basis für gehaltvolle und lebensnahe Predigten.

Im weiteren Verlauf des Studiums werden einzelne Bücher des Alten Testaments im Zusammenhang ausgelegt. Du hörst Vorlesungen über die Genesis, die alttestamentliche Weisheitsliteratur und eines der großen Prophetenbücher. In Seminaren erarbeitest Du selbständig Textabschnitte und legst sie aus. All dies geschieht im Gespräch mit der aktuellen wissenschaftlichen Forschung. Gebündelt werden die Erträge der Auslegung in Vorlesungen zur alttestamentlichen Theologie.

Neues Testament

Griechisch ist als Sprache des Neuen Testaments die Kultur stiftende Sprache des Abendlandes. In zwei Semestern erlernst Du den Umgang mit dem neutestamentlichen Griechisch. Du kannst dann das Neue Testament in seiner ursprünglichen Sprache lesen und entdecken.

Gleich zu Beginn des Studiums wird das bibelkundliche Wissen über das Neue Testament systematisch vertieft. Du entdeckst dabei, wie Themen im Kanon des Neuen Testaments zusammenhängen. Historische Fakten und Hintergründe der Zeit Jesu und der ersten Christen werden vermittelt und helfen, das Neue Testament besser zu verstehen.

Im Grundstudiengang stehen die Evangelien im Mittelpunkt. Mit Hilfe exegetischer Methoden erklärst Du Textabschnitte und legst diese für Deine Predigt aus. Einzelne Bücher des Neuen Testaments wie das Lukas- und Johannesevangelium werden im Zusammenhang erschlossen und dargestellt.

Im Aufbaustudiengang erhältst Du im Gespräch mit der neutestamentlichen Forschung ein biblisch-theologisches Gesamtverständnis. Durch Vorlesungen über die neutestamentliche Theologie und den Römerbrief sowie fächerübergreifende Seminare zu einzelnen Themen werden die Kenntnis und Auslegung des Neuen Testaments erweitert und vertieft.

Kirchengeschichte

Die Kirche hat ihre Geschichte. Welche Lehrbildungen, Bewegungen, Ereignisse und Persönlichkeiten es gab und welche Bedeutung sie bis heute haben, wird hier erforscht und entdeckt. Dabei geht es nicht um Geschichtchen und Anekdoten, sondern vor allem um geistes- und theologiegeschichtliche Zusammenhänge.

Gleich im 1. Semester beginnt die Beschäftigung mit der Kirchengeschichte. Beispielhaft wird an der „Zeit der Kreuzzüge“ deutlich, wie faszinierend und verwickelt Kirche und Staat, Religion und Politik, Theologie und Gesellschaft zusammenhängen.

Eine Vorlesung zur Reformation nimmt diese bedeutende Epoche der Kirchengeschichte in den Blick. Dabei werden sowohl die Ereignisse in Kirche und Politik als auch der Einfluss von Persönlichkeiten beachtet. Selbstverständlich fehlt am Theologischen Seminar Ewersbach nicht die Beschäftigung mit der Geschichte der Freikirchen, besonders der Freien evangelischen Gemeinden.

In der Beschäftigung mit der „Alten Kirche“ gehen wir zurück zu den Anfängen der christlichen Gemeinde und ihrer religiösen Umwelt. Dabei ist Kirchengeschichte auch Theologiegeschichte, indem die Entwicklung der Vorstellung von der Dreieinigkeit (Trinität) und der Lehre von der Person Jesu Christi (Christologie) nachgezeichnet werden.

Vertieft wird der gründliche Überblick über die Epochen der Kirchengeschichte durch die genauere Beschäftigung mit den Spuren der christologischen und trinitarischen Auseinandersetzungen in den Anfängen der Kirche, dem Kirchenkampf im Dritten Reich oder Persönlichkeiten des Pietismus. In einem dieser Seminare erarbeitest Du selbständig ein Thema und stellst die Konsequenzen bis heute heraus.

Systematische Theologie

Die „Systematische“ Theologie stellt die christliche Botschaft nach thematischen Gesichtspunkten geordnet dar. Außerdem zeigt sie, wie unterschiedliche Aussagen des christlichen Glaubens zusammenhängen.

Systematische Theologie ist somit diejenige Gestalt von Theologie, die auf dem Boden des biblischen Zeugnisses und in reformatorischer Perspektive den christlichen Glauben nach seinen zentralen Inhalten (Dogmatik) und nach seinen praktischen Handlungsorientierungen (Ethik) wissenschaftlich und systematisch, also als klares und gegliedertes Ganzes, denkend entfaltet. Dieses wird auf die jeweilige Situation bezogen, und so wird die christliche Wahrheit als eine gegenwärtige verantwortet. Dabei spielen der Zusammenhang mit anderen Wissenschaften (Philosophie, Soziologie, Psychologie) ebenso eine Rolle wie die Einbeziehung einer Theologie der Religionen als Kontext für die Dogmatik.

In Vorlesungen, Seminaren und Übungen geht es zentral um das Wesen und um das Gottes- und Weltverständnis des christlichen Glaubens. Wir befassen uns mit der Hermeneutik der Bibel, der Lehre vom Menschen (Anthropologie), von der Person und dem Werk Jesu Christi (Christologie), von der Gemeinde (Ekklesiologie) und den letzten Dingen (Eschatologie).

Unser Lehrangebot im Fach Ethik vermittelt ein grundlegendes Verständnis von Ethik und vertieft es an verschiedenen Themen. Du erwirbst die Kompetenz, selbständig und begründet zu einem eigenen ethischen Urteil zu finden. Die Sexual- und Eheethik fragt nach der Bedeutung von Sexualität und zwischenmenschlichen Beziehungen und ihrer Zuordnung zur Ehe.

Bei allen Themen der Systematischen Theologie wird reflektiert, wie die theologische Tradition der Freien evangelischen Gemeinden, anderer Frei- und Volkskirchen zueinander stehen.

Praktische Theologie

Wie halte ich eine Andacht, Predigt oder Bibelstunde? Was ist bei einer Taufe, Trauung oder Kindersegnung wichtig? Was charakterisiert eine evangelistische Predigt? Wie kann ich ein Gespräch mit einem Ratsuchenden führen? Auf solche Fragen antwortet der Unterricht in Praktischer Theologie.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Predigtlehre. Im Rhetorikunterricht arbeitest Du an Deinem Sprachstil, an Sprechweise und Körpersprache. Anhand von Predigten tragen die Studierenden ihre Beobachtungen zusammen und werten Erfahrungen aus. Bei Gottesdiensten bekommst Du Übung darin, Andachten und Predigten vorzubereiten und zu halten.

In einer Gemeinde werden viele Lebensfeste gefeiert: Kindersegnung, Abschluss des Biblischen Unterrichtes, Taufe und Trauung gehören dazu, ebenso wie die Auseinandersetzung mit Lebenskrisen und dem Tod. Für die Aufgaben, die sich aus diesen konkreten Situationen für Seelsorge, Predigt und Diakonie ergeben, werden Lösungen erarbeitet.

Kinder und Jugendliche gehören zur Gemeinde: Das Fach „Religionspädagogik“ veranschaulicht, wie Kinder glauben und christlich unterrichtet und geprägt werden können. Am Beispiel „Biblischer Unterricht“ geht es in Theorie und Praxis darum, Teenagern biblische Inhalte nahe zu bringen.

Eine Vorlesung im 5. Semester führt Dich in die Theologie und Theorie der Seelsorge ein. Wie werden die unterschiedlichen Ansätze in der Seelsorge theologisch begründet? Wie ist das Verhältnis zwischen Seelsorge und Psychologie zu bestimmen? Daran schließt sich ein dreiwöchiges Seminar „Einführung in ganzheitliche Seelsorge“ an. In dessen Mittelpunkt steht die eigene Person mit ihren Stärken und Lernfeldern, mit ihrer Selbst- und Fremdwahrnehmung, ihrem Einfühlungsvermögen und ihrer Konfliktfähigkeit.

Praktika sind selbstverständlicher Teil der Ausbildung. In einem Hauskreis übst Du die Gesprächsleitung ein. Vor dem sechsmonatigen Gemeindepraktikum gibt das Fach „Pastoraltheologie“ Einblick in das Selbstverständnis des Pastors und die Spannungsfelder des Berufs im Umgang mit Zeit, Geld und der eigenen Familie. Außerdem lernst Du Aufgaben der Leitung und Organisation einer Gemeinde kennen. In den letzten beiden Studiensemestern werden Fragen der Seelsorge in typischen Gesprächs- und Krisensituationen, Lebensfragen und -themen aufgegriffen.

Da für den Beruf des Pastors oder Missionars die eigene Persönlichkeit entscheidend ist, wird während des gesamten Studiums die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit gefördert.

Missionswissenschaft und interkulturelle Theologie

Die Gemeinde Jesu Christi ist eine von Gott gesandte Gemeinde. Im Fach Missiologie lernst Du, den Missionsauftrag Gottes zu verstehen und nach seiner Umsetzung in der Welt zu fragen.

Mission und Evangelisation finden immer in der Lebenswelt der Menschen statt. Du lernst deshalb, wie man den konkreten Lebenskontext ganzheitlich analysieren und verstehen kann. Du setzt Dich dabei mit Weltanschauungen, Ideologien und Weltreligionen auseinander und suchst nach Ansätzen, wie man das Evangelium in die Welt der Menschen inkulturieren kann, so dass sie es verstehen können. Du stellst Dich der Herausforderung der Kommunikation des Evangeliums und lernst, kulturübergreifend zu kommunizieren.

Mission hat wesentlich mit der Inkarnation des Wortes Gottes in den Alltag der Menschen zu tun. Im Fach Missiologie lernst Du, wie Christen ihren Glauben alltags- und gesellschaftsrelevant leben und weitergeben können. Du entdeckst, wie soziale Verantwortung und Evangelisation, Dienst und Predigt, Dialog und evangelistische Konfrontation Völker verändern und erneuern können. Dabei lernst Du auch aus der Missionsgeschichte, die eine Geschichte von Transformation, Reform und Erweckung ist.

Die Gemeinde Jesu Christi ist Gottes Agent der Mission. Durch sie macht Gott seine Königsherrschaft, seine Gerechtigkeit und Liebe sichtbar. Deshalb geht es in der Mission auch um Gemeindegründung und Gemeindebau. Im Fach Missiologie wirst Du mit den unterschiedlichen Theorien und der entsprechenden Praxis missionarischen und missionalen Gemeindeaufbaus bekannt gemacht. So wirst Du befähigt, eine eigene Handlungstheorie missionarischer Gemeindearbeit zu entwickeln und umzusetzen.

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