Theologisches Gespräch 03/2014

Theologisches Gespräch, Veröffentlichung

Man könnte denken, zum Thema „Gebet“ sei alles gesagt und geschrieben und es brauche daher kein Theologisches Gespräch darüber. Dagegen schreibt Doris Hiller in der 4. Auflage des Lexikons Religion in Geschichte und Gegenwart: „Bleibende Aufgabe ist es, die mit dem Gebet zum Ausdruck gebrachte kommunikative Relationalität von Gott und Mensch für das Erkenntnisgeschehen der Theologie in allen ihren Teilen fruchtbar zu machen, um der fundamentalen Bedeutung des Gebets gerecht zu werden.“

Die Beiträge dieser Ausgabe zeigen, wie notwendig und anregend eine Beschäftigung mit dem Beten für den christlichen Glauben und den pastoralen Alltag sein kann: Der ehemalige Rektor des Theologischen Seminars Hamburg/Elstal und Pastor im Ruhestand Edwin Brandt hat anlässlich eines Einkehrtages seine Einsichten zur Bedeutung des Gebets für den Beruf der Pastorin und des Pastors vorgetragen. Aus einer reichen pastoralen und seelsorgerlichen Erfahrung schöpfend und mit breiter Kenntnis der biblischen Überlieferung und Kirchengeschichte stellt er heraus, wie sehr sich Gott um das Gebet seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müht und welche Berechtigung der Anspruch Dietrich Bonhoeffers hat: „Der Pastor muss mehr beten als die Gemeinde.“

Den Pastor der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Braunschweig (Friedenskirche), Heinrich Christian Rust, haben die Herausgeber gebeten, einen Beitrag zu neueren Gebetsformen zu verfassen. Für diese Ausgabe gibt er Einblicke in sein persönliches Gebetsleben und beschreibt das sogenannte „hörende Gebet“, wie es in Braunschweig im Rahmen der Gemeindearbeit praktiziert und reflektiert wird.
Markus Iff, Professor für Systematische Theologie an der Theologischen Hochschule Ewersbach, reflektiert dogmatisch die Frage: „Was geschieht, wenn wir beten?“ Dabei entfaltet er eine fünffache Bedeutung des Gebets für den christlichen Glauben. Darüber hinaus geht er der herausfordernden Frage nach, inwiefern das Gebet Gottes Willen beeinflussen oder ändern kann. Sein Ergebnis stellt unter vielen Christen selbstverständliche Redeweisen in Frage und zeigt, wie das Thema Gebet fundamentale Erkenntnisse über Gott und Mensch voraussetzt.
Diese Ausgabe wird abgerundet durch eine Predigt von Ralf Dziewas, der als Professor für Diakoniewissenschaft und Sozialtheologie am Theologischen Seminar Elstal arbeitet. Die Besprechung der Predigt hat der Praktische Theologe der Ewersbacher Hochschule Wolfgang Theis übernommen.

Abschließend finden Sie zwei Rezensionen in dieser Ausgabe. Rezensionen vergangener Ausgaben können auch als Download auf der Homepage www.theologisches-gespraech.de abgerufen werden.

Dr. Michael Rohde (Schriftleitung)