Theologisches Gespräch 02/2014

Theologisches Gespräch, Veröffentlichung

Oft haben wir den Eindruck, dass alles, was mit dem christlichen Glauben, ganz besonders evangelikaler Prägung, in den Medien negativ dargestellt wird. Andreas Malessa, Pastor im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden und darüber hinaus freier Hörfunk- und Fernsehjournalist, geht diesem unbestimmten Gefühl nach und zeigt zunächst einmal, welche Sendungen überhaupt zu sehen und zu hören sind – nämlich in erster Linie von den Kirchen und Freikirchen selbst gestaltete Beiträge wie zum Beispiel Gottesdienste.

Noch grundsätzlicheren Fragen stellt er sich gegen Ende seines Beitrags: Wie kann man Glauben überhaupt sicht- und hörbar machen? Wie kann man davon erzählen und ihn im Fernsehformat darstellen? Das alles in einer begeisternden, gut lesbaren Sprache. Er weist nicht nur darauf hin, dass man Inhalte in einer gut verständlichen Form an den Mann und an die Frau bringen muss, sondern geht mit gutem Beispiel voran: Es macht einfach Spaß, diesen Artikel zu lesen, und zwar ohne dass die Tiefgründigkeit darunter leidet. Im zweiten Beitrag tritt Johannes Goldenstein, Referent im Kirchenamt der EKD, für einen denkenden Glauben ein, der im Zeitalter hochfahrender Emotionen ins Hintertreffen gerät.
„Herr Bischof, Sie müssen mehr winken.“ So ermahnte der Ministerpräsident Mecklenburg-Vorpommerns Bischof Abromeits anlässlich eines Landeserntedankfestes. Rolf Schieder, Professor an der Humboldt-Universität in Berlin, bringt diese kleine Anekdote und denkt über das Verhältnis von Staat und Kirche in einer multireligiösen Gesellschaft nach. Sein Beitrag ist die schriftliche Fassung der Festrede anlässlich des Empfangs, den Christoph Stiba als neuer Generalsekretär des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden gab.
Abgerundet wird diese Ausgabe mit einer Predigt von Carsten Claußen, der im Sommer das Fach Neues Testament am Theologischen Seminar in Elstal übernimmt, und einem Kommentar dazu von Martin Simon, Pastor der Freien Evangelischen Gemeinde Simmerbach. Eine spannende Auseinandersetzung, die nicht im Oberflächlichen steckenbleibt und auf Kernfragen einer guten Predigt verweist: Was muss gesagt werden, damit es den Predigthörer berührt und mit seiner Lebenswirklichkeit zu tun hat?

Wolfgang Günter